
Kronen Zeitung
GROSSE TRAUER UM TATAR
Schweigeminute, Trauerflor und emotionale Worte
Große Trauer um Alfred Tatar auch rund um das Spiel der 2. Liga zwischen seinem Ex-Klub Vienna und SW Bregenz. Mit einer Schweigeminute wurde dem ehemaligen Spieler, Trainer und Kult-Experten gedacht. Zudem posteten die Wiener ein emotionales Video. Die Anteilnahme in Fußball-Österreich ist groß.
Tatar ist im Alter von 62 Jahren verstorben. Er hat den Kampf gegen die Krankheit ALS verloren. Eine Nachricht, die große Trauer und Anteilnahme in Fußball-Österreich ausgelöst hat.
Beim abschließenden Liga-Heimspiel seines ehemaligen Vereins Vienna ging es am Donnerstag besonders emotional zu. „Fredl, du wirst immer in unseren Herzen sein“, betonte der Stadionsprecher.
Schon zuvor hatte der Traditionsverein ein emotionales Statement auf Instagram gepostet. „Wir verlieren eine Legende, einen großen Fußball-Philosophen und einen Freund“, ist dort zu lesen. Die Mannschaft absolviert das Spiel gegen Bregenz mit Trauerflor. Zudem gab es eine emotionale Schweigeminute für die Vereins-Ikone. Die Stimmung im Stadion war gedrückt, aber es gab nach Ende der Schweigeminute viel und anhaltenden Applaus für Tatar.
Große Anteilnahme
Kurz vor dem Spiel veröffentlichte die Vienna auch ein Video auf Instagram mit ausgewählten Szenen aus Tatars Leben und Wirken bei den Wienern. Die Anteilnahme ist generell groß. Vereine, Fans und ehemalige Wegbegleiter zeigen sich von der Nachricht bestürzt. „Mei Bua, ich bin unendlich traurig“, reagierte etwa Toni Polster.
„Ruhe in Frieden lieber Fredl. Danke für die vielen lustigen Momente“, zeigte sich auch Ex-Kicker Marc Janko in einem Social-Media-Post betroffen. Sky-Moderator Marko Stankovic war ebenfalls tief getroffen und schrieb: „DANKE, dass ich dich kennenlernen durfte. DANKE für deine Tipps. DANKE, dass du mit jeder Aussage das Publikum unterhalten hast. DANKE FÜR ALLES.“
Sondertrikot für guten Zweck
Tatar hatte unter anderem für die Vienna während Zeiten von Mario Kempes, St. Pölten und den Wiener Sport-Club gespielt. Als Trainer werkte er in Ried, der Admira, bei der Vienna und in Mattersburg, zudem war er Co-Trainer bei Lok Moskau. Im Fernsehen erklärte Tatar zehn Jahre lang auf humorige Art Österreich den Fußball.
Erst am Dienstag hatte die Vienna ein Sondertrikot für den guten Zweck präsentiert. „Mit dieser limitierten Sonderedition unterstützt die Vienna gemeinsam mit Alfred Tatar die ALS-Forschung im Kampf gegen die Amyotrophe Lateralsklerose“, hieß es dort. Verwiesen wurde auch dort auf Tatars unverwechselbaren Humor, als er etwa im TV-Interview den Vienna-Spielstil als „Antithese zu Barcelona“ und als „moderne Variante des Brechstangenfußballs“ bezeichnet hatte.
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